Profitiert die Organisierte Kriminalität von Corona?

With open hands: criminals take or give money in times of crisis. (Photo by Christian Dubovan on Unsplash)

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob die Organisierte Kriminalität von laxen Kontrollen und ungeprüften Geldgeschenken profitiert. 

Die Meldung aus Deutschland vor wenigen Tagen lässt aufhorchen. Radikale Salafisten haben mehr als 90.000 Euro an Staatshilfen kassiert. Sie hatten unberechtigt staatliche Corona-Soforthilfe beantragt und ungeprüft überwiesen bekommen. 

Bekannt sind auch organisierte Formen des Identitätsdiebstahls. Täuschend echt aussehende “offizielle” Internetseiten fragten die intimen Geschäftsdetails von in Not geratenen Unternehmen ab, die auf diese Weise die Corona-Gelder beantragen wollten. Nur leider war alles Fake. Die Kriminellen jedoch nutzten die Geschäftsinformationen, um danach (natürlich mit ihrer eigenen Kontonummer) die Staatsgelder an der richtigen Adresse zu beantragen. 

Der Journalist und Mafiaexperte, Roberto Saviano, berichtet aus Italien in der Neuen Zürcher Zeitung vom genauen Gegenteil, dass derzeit in Italien stattfindet. Dort springen Mafia und ’Ndrangheta in die Bresche, wenn der Staat eben nicht hilft. Günstige Kredite an not leidende Gastronomen, Care Pakete für Familien oder gleich ganze Geschäftsübernahmen. Die Organisierte Kriminalität übernimmt gleich ganze Branchen. Die Clans sind schließlich liquide genug mit Schwarzgeld, welches sich gerade in diesen Zeiten hervorragend einsetzen lässt, um Geldwäsche zu betreiben und willige Empfänger zu finden. 

Es scheint, dass der Staat machen kann, was er will. Zeiten der Unruhe sind die Zeiten der Kriminellen. Egal, ob Gelder ausgeschüttet werden, oder eben nicht, die Kriminellen sind zur Stelle und profitieren von dem zwangsläufig niedrigeren Kontrolldruck der Behörden. Wer schnell Geld verteilt oder Kontaktsperren kontrollieren muss, der hat keine personellen Kapazitäten der versteckt agierenden Organisierten Kriminalität nachzustellen.