EU stellt gemeinsame Richtlinien für Tracing-Apps vor

Flag of European Union on German Reichstag building - Photo by Christian Lue on Unsplash

Die EU-Mitgliedstaaten haben mit Unterstützung der Europäischen Kommission Interoperabilitätsrichtlinien für genehmigte mobile Anwendungen zur Kontaktverfolgung in der EU verabschiedet.

Dies ist die erste Folgemaßnahme, die von der am 16. April 2020 vorgestellten Toolbox der Union für den Einsatz mobiler Anwendungen zur Unterstützung der Kontaktverfolgung als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie vorgesehen ist.


Die meisten Mitgliedstaaten haben eine genehmigte mobile Anwendung zur Ermittlung von Kontakten, die für ihre nationale COVID-19-Krisenmanagementstrategie erforderlich ist, eingeführt oder planen dies. Ein Schlüsselprinzip der Richtlinien besteht darin, dass sich die Nutzer auf eine einzige App verlassen können sollten, egal wo sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der EU befinden. Die Idee besteht darin, die Möglichkeit der Identifizierung von App-Benutzern zu verhindern, unabhängig davon, ob sie infiziert oder exponiert sind oder nicht, es sei denn, die betreffenden Personen haben diese Informationen freiwillig zur Verfügung gestellt oder wollen die Gesundheitsbehörde kontaktieren.
Unabhängig von der Vorgehensweise bei genehmigten Apps sind alle Mitgliedstaaten und die Kommission der Ansicht, dass die Interoperabilität zwischen diesen Apps und zwischen Backend-Systemen für diese Instrumente von wesentlicher Bedeutung ist, um die Verfolgung grenzüberschreitender Infektionsketten zu ermöglichen. Letztendlich werden diese Bemühungen die allmähliche Aufhebung der Grenzkontrollen innerhalb der EU und die Wiederherstellung der Freizügigkeit unterstützen.


Apps zur Ermittlung von Kontaktpersonen werden von den Bürgern freiwillig installiert und basieren auf der Bluetooth-Näherungstechnologie, die es nicht ermöglicht, den Aufenthaltsort von Personen zu verfolgen. Diese Apps alarmieren Personen, die sich eine bestimmte Zeit lang in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben, um sich selbst zu isolieren und sich testen zu lassen. Auf diese Weise helfen sie, die Übertragungskette zu unterbrechen. Je länger der Kontakt und je näher die infizierte Person ist, desto höher ist das Infektionsrisiko. Die Privatsphäre und die Daten der App-Benutzer bleiben gewahrt.

Nächste Schritte:

Die Richtlinien werden durch Interoperabilitäts-Spezifikationen für grenzüberschreitende Übertragungsketten zwischen zugelassenen Apps ergänzt. Dies wird durch strukturierte Diskussionen zwischen den Mitgliedstaaten über das eHealth-Netzwerk unterstützt. Die Arbeit der Mitgliedstaaten zur Entwicklung und Validierung der Apps wird von der New Generation Internet- und M-Health-Community unterstützt werden.

Quelle: EU